Samstag, 15. August 2009

Jennwand, 2962 m

Schöne Rund- und Gipfelwanderung im Vinschgau


Die gemeinsame Tour auf die Jennwand stand schon lange auf unserem Programm und somit ist die Freude groß, als wir Fiona und Roman um kurz nach 6.00 Uhr auf dem Parkplatz neben dem Cafe Rosi in Laas treffen. Gemeinsam fahren wir bis Tarnell und stellen unser Auto kurz oberhalb der Fraktion am Straßenrand ab (bis hierher Fahrerlaubnis). Über den Forstweg und die Marmorstraße wandern wir hinauf bis zum Milizsteig Nr. 9 und über diesen zur schön gelegenen Göflaner Alm (1826). Nachdem wir laut Hüttenwirt für einen Kaffee zu früh unterwegs sind, marschieren wir über den Steig Nr. 3 mäßig steil hinauf zur Wandlhütte (2126 m) und weiter zum Wandlbruch, wo der Laaser Marmor im Tagbau gebrochen wird.

Nun geht es über Marmorgeröll relativ steil hinauf zu einer mit Drahtseilen gesicherten Felspassage zwischen Jennwand und Hörnele und dann über Blockwerk und Geröll in südlicher Richtung zu einer Scharte, die uns den Blick auf den grün schimmernden Göflaner See (2534 m) eröffnet. Nach einer kurzen Trinkpause am Bergsee wandern wir weglos (ab hier auch keine Markierung mehr vorhanden) bis zum Talschluss und anschließend über Grashänge und Geröll steil empor zur Scharte zwischen Laaser Spitze und Jennwand, wo das Laaser Tal und der Laaser Gletscher sichtbar werden. Von der Scharte steigen wir über steiles, gerölliges Gelände empor zum Gipfel der Jennwand auf 2962 m.

Der Rundblick, der uns hier erwartet, ist wunderschön. Die Laaser Berge mit Laaser Spitze, Schildspitze, Hohen Angelus und Taitschroi liegen direkt vor uns, dahinter zeigen sich die Marteller Gipfel mit Zufrittspitze, Veneziaspitzen, Cevedale und Zufallspitze und auch die Ötztaler Alpen grüßen im Norden.
Am Gipfel, wo wir Jürgen treffen, machen wir eine ausgiebige Rast - Fiona , Jürgen und ich genießen das Panorama, Christoph hält einen Mittagsschlaf und Roman dichtet für den Eintrag ins Gipfelbuch, das bereits seit 1989 Eigentum der Jennwand ist.
Unseren Abstieg, dem sich Jürgen anschließt, nehmen wir direkt über das Psaital vor. Weglos geht es über Geröll (unbedingt links halten und auf Steinschlag achten!) und Felsplatten relativ steil hinunter zu den Grashängen voller Edelweiß und Silberdisteln und unterhalb der Felswände der Jennwand in nördlicher Richtung weiter auf einen unmarkierten leicht ausgesetzten Schafsteig, der knapp oberhalb zweier dürrer Bäume beginnt.

Auf dem Schafsteig umwandern wir die Jennwand bis zum Jennbruch (Lechner-Bruch) und steigen zur idyllischen Schaferhütt (1948 m) ab, die einen wirklich zauberhaften Ausblick auf das Laaser Tal bietet. Nun geht es den teilweise recht ausgesetzten aber gesicherten Milizsteig Nr. 9 zurück bis zum Forstweg und auf diesem hinunter nach Tarnell und unserem Auto.


Dank Romans Ortskundigkeit und dem guten Orientierungssinn unserer Jungs ist die Tour sehr abwechslungsreich und zu einem unvergesslichen Erlebnis in einer wunderschönen Landschaft geworden.

Höhenmeter: 1600 m
Gehzeiten: Aufstieg 3 1/2 Stunden, Abstieg 4 Stunden
Wanderkarte: Tabacco Nr. 045 Latsch-Martell-Schlanders, 1:25.000
Dabei waren: Fiona, Roman, Jürgen (ab Gipfel), Christoph und Magdalena

Der Göflaner Bruch, "vintschgerisch" auch "Wantl" genannt, befindet sich in einer Höhe von 2250 Metern auf der Nörderseite von Schlanders, oberhalb der Fraktion Göflan. Ursprünglich wurde im "Wantl" unter Tag gebrochen, heute jedoch wird der Marmor nur mehr im Tagbau gewonnen. Bis 1914 wurden die Brüche von der Firma Hauser bearbeitet und ausgebeutet. Damals stammten vier Fünftel der gesamten Marmorausbeute aus diesem Bruch. Während des Ersten Weltkrieges war der "Wantl-Bruch" außer Betrieb und die Arbeit wurde erst im Jahre 1919 wieder aufgenommen. Ab 1921 wurde der Betrieb für 50 Jahre stillgelegt und erst mit dem Bau der Verbindugsstraße zwischen dem "Wantl" und dem Weißwasserbruch im Jahre 1960 von der Firma "Lasa Marmo" wieder aufgenommen.

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