Sonntag, 10. August 2014

Acherkogel, 3008 m

Der beherrschende Felsgipfel im Norden

Der Acherkogel - der nördlichste 3000er Tirols
Blick durch das obere Mittertal und auf den Sulzkogel
Aufstieg von der Mittertalscharte in das steinige Kar
Wanderung durch das wunderschöne Mittertal - Blick auf den imposanten Maningkogel
Der luftige Schlussgrat zum Acherkogel - rechts unten die rutschige Schlüsselstelle

Und wieder ist es das wechselhafte Wetter dieses Sommer, das uns umdisponieren lässt. Geplant war der Olperer im Zillertal, geworden ist es der nördlichste 3000er Tirols: der Acherkogel, ein nicht weniger attraktiver Berg im Sellraintal.
Vom Parkplatz beim Stausee Längental (1900 m) in Kühtai wandern wir über die Staumauer, halten uns an der Weggabelung kurz links (Schild: Mittertaler Scharte) und folgen dem Steig Nr. 149 in einem Rechtsbogen durch den Zirbenwald ins wunderschöne Mittertal. Nun geht es hinauf zum Seelesboden mit seinem kleinen Bergsee, rechts über den Bergrücken in einen Kessel und unterhalb des imposanten Maningkogels in den Talschluss. Es ist ein herrliches Panorama!
Wir erreichen - über seilgesicherte Passagen - die Mittertalscharte (2630 m), steigen etwa 100 Höhenmeter ab und treffen auf den Anstiegsweg der Bielefelder Hütte. Hier halten wir uns links und folgen den Steinmännchen - steil und felsig - über das Schrofengelände hinauf in ein steiniges Kar am Firnfeld. Am Fuße des Nordgrats legen wir eine Trinkpause ein, setzen den Helm auf und klettern dann über die Felsrippe empor. Der Weg ist nur mehr sporadisch markiert - vereinzelt weisen blasse rote Punkte und Steinmännchen nach oben. Wir folgen ihnen durch den teils festen, teils brüchigen Fels zum luftigen Westgrat, steigen südseitig ein paar Meter ab (Schlüsselstelle) und gelangen kurz unterhalb des Grates, bald wieder über dem Grat zum Gipfelkreuz des Acherkogels.
Hier auf 3008 m genießen wir einen herrlichen Rundblick! Stubaier und Ötztaler Alpen, Lechtaler Berge und Karwendel - Berge über Berge.
Nach einer ausgedehnten Rast machen wir einen kurzen Abstecher zum Hauptgipfel (ohne Kreuz), der etwas westlicher liegt, und steigen wieder über das felsige Gelände in das Firnfeld-Kar ab. Wir folgen dem Schrofengelände des Felsriegels hinunter, halten uns gleich unterhalb davon aber rechts und kürzen weglos in die Maningscharte (2663 m, kleines Steinmännchen).
Nun geht es mühsam über große Steine zu einem kleinen Bergsee unterhalb des Maningkogels und nach einer ruhigen Rast an seinem Ufer durch das Mittertal zurück zum Pakplatz am Längental-Stausee.

Anmerkung: Die Besteigung des Acherkogels ist nicht zu unterschätzen. Die letzten 350 Meter führen in Ier, IIer und IIIer-Kletterei über einen teils ausgesetzten, teils brüchigen Grat. Für die Schlüsselstelle im oberen Teil kann ein Seil hilfreich sein.

Höhenunterschied: 1200 m (inkl. Gegenanstieg Mittertalscharte)
Gesamtgehzeit: 8 bis 9 Stunden
Wanderkarte: AV-Karte Stubaier Alpen - Sellrain Nr. 31/2; 1:25.000

Anfahrt: A13 - Innsbruck - Kematen - Kühtai im Sellraintal - Stausee "Längental"
Von Zirl bei Innsbruck geht es nach Kematen, weiter ins Sellraintal nach Kühtai und schließlich hintunter zum Stausee "Längental". An seinem Ende gibt es Parkmöglichkeiten.

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Das Mittertal am Morgen
Blick auf Maningkogel (links) und Mittertalscharte (rechts)
Seilgesicherter Aufstieg in die Mittertalscharte, Blick auf den Acherkogel und sein kleines Firnfeld (links)
Über steiniges Gelände und einen Felsriegel erreichen wir das Firnfeld-Kar, Blick auf den Nordgrat
Das Firnfeld am Fuße des Acherkogels
Eine Felsrippe führt durch die Nordflanke empor 
In Ier und IIer Kletterei (vereinzelt auch IIIer) erreichen wir ...
… den luftigen Westgrat
Leben in karger Landschaft: Gletscherhahnenfuß
Blick über das Sellraintal zum Karwendelgebirge
Kurz vor der IIIer Schlüsselstelle
Herrliches Gipfelpanorama am einsamen Kreuz
Blick auf die Stubaier Alpen
Abstieg über die weglose Maningscharte (2663 m)
Bergsee am Fuße des Maningkogels, Blick auf den Sulzkogel
Rückweg zum Seelesboden im Mittertal 

Kommentare:

Deichjodler hat gesagt…

Glückwunsch zum nördlichsten Dreitausender Tirols, den ich letztes jahr besuchen durfte.

Eine Frage zu den Schwierigkeiten: Lag die Schlüsselstelle am Grat auf dem Weg zum Gipfelkreuz? Ich war nämlich nur am Hauptgipfel und kann mich an keine IIIer-Stelle erinnern.

magdalena hat gesagt…

Hallo Hannes, ja die IIIer-Stelle befindet sich kurz vor dem Gipfelkreuz. Man kann entweder direkt über den Grat zum Kreuz gelangen, oder aber anfangs etwas abklettern (IIIer Stelle) und dann wieder auf den Grat hinaufsteigen.
Auf jeden Fall eine aussichtsreiche Sache :) Hast du die Tour auch gut in Erinnerung?
Genieß den Abend!

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