Sonntag, 28. September 2014

Olperer, 3476 m

Schneegupf und Riepengrat: Großartiger Berg mit Logenblick für schwindelfreie Felsliebhaber

Olperer, 3476 m
Aufstieg vom Schlegeisspeicher
Freundlicher Empfang auf der Olpererhütte
Herrliche Blicke auf Großvenediger (rechts)
Am luftigen Riepengrat
Schöne Felsplatten und Steinblöcke am Südostgrat

Schon lange war er Programm, der pyramidenförmige Olperer im Zillertal. Das unbeschreibliche Panorama auf seinem Gipfel und die beiden alpinen Gratanstiege - geprägt von kompaktem und großteils griffigem Fels - machen ihn zu einem beliebten Ziel für schwindelfreie Bergsteiger.
Die Überschreitung dieses Tuxer-Kamm-Hauptgipfels ist auch unser Ziel, als wir am frühen Morgen am schön gelegenen Schlegeisspeicher (1805 m) starten. Großer Möseler und Hoher Weißzint thronen über dem Südufer des Stausees und warten auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Wir folgen dem Wegweiser "Olpererhütte" nach Nordwesten, steigen in vielen Kehren anfangs durch den Wald, dann über die Almhänge empor und erreichen - uns rechts haltend - die gemütliche Olpererhütte (2388 m). Der Blick hier ist fantastisch! Wir legen also eine kurze Trinkpause ein und  ziehen dann wieder nach Nordwesten (Schild: Alpeiner Scharte/Riepengrat). Der markierte Steig führt uns über die grasdurchsetzten Hänge in steiniges Gelände und links in einer Querung zur herabziehenden Rippe des Riepengrates. Hier weist ein Schild nach Norden ("Olperer"). Wir folgen den Steinmännchen und Trittspuren über Felsen und Blöcke durch das Riepenkar und über den Südostgrat hinauf zum Schneegupf. Ein Blick zurück zeigt uns das Wolkenmeer über dem wir stehen - Schrammacher, Hochfeiler, Hochferner, Rötspitze, Großvenediger und Großglockner ragen aus der Nebeldecke. Ein Traum!
Wir stapfen das Firnfeld (ca. 30°) empor und ziehen links über den schmalen Schneegrat zum felsigen - heute schneebeckten - Gipfelaufbau des Olperer. Anfangs problemlos, dann seilgesichert und sehr steil (IIer Kletterstellen), erreichen wir den luftigen Riepengrat. Hier endet das Drahtseil. Heute zeigt sich der Südostgrat weniger freundlich. Eis und Schnee machen die sonst griffigen Felsplatten und Steinblöcke rutschig. Wir packen also das Seil aus dem Rucksack und sichern uns über den teilweise ausgesetzten Südostgrat (Ier und IIer) bis zu einem markanten Felsturm, umgehen ihn vorsichtig auf der rechten Seite und erreichen bald den schmalen Gipfel des Olperer auf 3476. Am Holzkreuz genießen wir eine herrliche, aber windige Rast.
Von unserem Vorhaben über den Nordgrat abzusteigen raten uns zwei Bergsteiger, die über den Nordgrat aufgestiegen sind, ab. Die winterlichen Verhältnisse erschweren das Klettern, die Sicherungsringe seien teilweise im Schnee eingefroren und trotz Steigeisen sei ein Abstieg heute  zu gefährlich. 
Wir kehren also gemeinsam über den Riepengrat zum Schneegupf zurück und steigen über die Olpererhütte zum Parkplatz am Schlegeisspeicher ab.

Anmerkung: Am Riepengrat sind zwei Sicherungsringe angebracht. Bei einem vereisten Gipfelgrat können Steigeisen hilfreich sein!
Tipp: Für erfahrene und konditionsstarke Bergsteiger empfiehlt sich ein Abstieg über den Nordgrat.

Höhenunterschied: 1700 m
Gesamtgehzeit: 7 bis 8 Stunden
Wanderkarte: AV-Karte Zillertaler Alpen - West Nr. 35/1, 1:25.000 

Anfahrt: Meran - Bozen - Brenner - Innsbruck - Wattens - Schwaz - Jenbach - Zillertal - Schlitters - Ried im Zillertal - Zell am Ziller - Mayrhofen - Ginzling -  Schlegeisspeicher 
Bei Jenbach geht es ins Zillertal bis nach Mayrhofen, auf schmaler Bergstraße weiter nach Ginzling und schließlich auf einer kostenpflichtigen Mautstraße hinauf zum Schlegeisspeicher. Hier befinden sich genügend Parkplätze.

Ausgangspunkt ist der Schlegeisspeicher
In Serpentinen erreichen wir die Waldgrenze ...
... und wandern über die Almhänge ...
... empor zu wunderschönen Olpererhütte, 2388 m
Noch ist der Olperer im Nebel
Herrlich: der Schrammacher befreit sich aus der Nebeldecke
Aufstieg über den Ausläufer des Südostgrates - Blick auf das Tuxer Skigebiet
Der Weg führt über große Blöcke und ist mit Steinmännchen markiert
Hochfeiler und Hochferner
Blick vom Schneegupf auf die Zillertaler Gletscher
Aufstieg über das Firnfeld des Schneegupfes zum Riepengrat
Anfangs führt ein Drahtseil steil nach oben
Klettern am Riepengrat
Ein markanter Felsblock kann rechts umgangen werden
Blick vom Gipfel über den Grat
Riepenkopf und Schrammacher
Abseilen auf den Schneegupf
Abstieg im wunderschönen Panorama

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöne Bilder, aber in so einer tollen Landschaft ist das fast notwendig. Wir werden im nächsten Urlaub Schenna wieder durch die Südtiroler Wandergebiete stapfen und freuen uns auf die einzigartige Natur.

Katharina Wegkamp hat gesagt…

Es sieht mir doch eher danach aus, dass dieser Weg etwas für Fortgeschrittene Wanderer ist. Das könnte an der ein oder anderen Stelle zu schwer und insgesamt zu lang für mich sein. Trotzdem werde ich bei der nächsten Südtirol-Reise vom Hotel Schenna aus eine Wanderroute für Anfänger ausprobieren.

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