Sonntag, 28. Juli 2013

Wilder Pfaff, 3458 m und Zuckerhütl, 3507 m

Wunderschön und abwechslungsreich - Der höchste Berg der Stubaier Alpen, das herrliche Blockgelände am Wilden Pfaff und die lange Rückkehr über die Siegerlandhütte

Das Zuckerhütl, 3507 m
Schöne Kletterei am Wilden Pfaff über seinen Ostgrat
Wilder Pfaff, 3458 m
Der Übeltalferner am Morgen, eine Wolkendecke liegt über dem Tal
Abstieg über den Pfaffenferner
Blick vom Fuße des Zuckerhütl zum Pfaffensattel und auf die Westseite des Wilden Pfaff

Das Zuckerhütl ist der höchste Gipfel der Stubaier Alpen. Seine spitze, formschöne Gestalt lässt sich von weitem ausmachen - und das einzigartige Gipfelkreuz auf seinem Haupt wird von jedem passionierten Bergsteiger sofort erkannt. Dieser schöne Berg und der ebenso bezaubernde Wilde Pfaff mit seinem Ostgrat - der dem Zuckerhütl in seiner abwechslungsreichen Besteigung um nichts nachsteht - sind heute unsere Ziele. 
Als wir von der Müllerhütte (3145 m) aufbrechen, gleiten die ersten Sonnenstrahlen über den weiten Gletscher und tauchen die Umgebung in ein warmes Licht. Bis auf die Nebeldecke im Tal, die das noch schlafende Südtirol überzieht, zeugt nichts mehr vom heftigen Gewitter der letzten Nacht.
Wir queren den Übeltalferner unterhalb der Scharte Pfaffennieder (3136 m) zum felsigen Ostgrat  und steigen - luftig und aussichtsreich - über das schöne Blockwerk empor. Der Blick auf SonklarWilden Freiger und Becherhaus ist wunderbar! In leichter Kletterei (I und II, eine Felsplatte gesichert) erreichen wir den Gipfel des Wilden Pfaff auf 3458 m und genießen am schönen Eisenkreuz eine kurze Rast. Bald setzen wir unsere Tour fort. Wir steigen über die Westseite des Pfaffen (Steinschlag!) zum vergletscherten Pfaffensattel (3344 m) ab und erreichen bald den Ostgrat des Zuckerhütl. Über diesen geht es in steiler Blockkletterei (I und II) empor zum einzigartigen Gipfelkreuz auf 3507 m. Es ist ein gutes Gefühl hier zu sein, die Sicht ist weit und die Temperaturen sind angenehm.
Nach einer gemütlichen Rast entscheiden wir über die Siegerlandhütte und die Windach Scharte zur Timmelsbrücke - unserem Ausgangspunkt - zurückzukehren. Wir steigen erneut über den Ostgrat des Zuckerhütl ab, erreichen in einem Linksbogen das weite Becken des Sulzenauferner und über diesen schließlich das Pfaffenjoch (3212 m). Nun geht es am rechten Rand des Pfaffenferner in Richtung Hildesheimer Hütte und bald weglos über große Steine und Moränengelände hinunter in einen Kessel. Wir überqueren einen kleinen Seitenarm des Gaißbaches und folgen der Markierung Nr. 140 unterhalb des Gletschers - anfangs nahezu eben, dann immer steiler - empor zum Gamezplatzl (3019 m), einer Scharte mit Steinmännchen am Fuße des Gaiskogl. Von hier steigen wir zum Triebenkarsee (2695 m) ab und gelangen - mit Blick auf die Sonklarspitze und den Triebenkarlasferner - zur Siegerlandhütte (2710 m).
Nach einer kurzen Einkehr geht es wieder bergan zur Windachscharte (2862 m, Steinschlag!), wo wir Steinböcke beobachten können, und schließlich über den Steig Nr. 33 steil hinunter zum Großen Timmler Schwarzsee (auch Großer Schwarzsee, 2505 m). Nun führt uns die Markierung Nr. 30 zurück zur Timmelsalm (1979 m) und von dort zur Timmelsbrücke (1759 m) und unserem Auto. Müde, aber voller positiver Eindrücke von zwei herrlichen Bergtagen kehren wir nach Hause zurück.

Anmerkung: Die Runde von der Timmelsbrücke über die Siegerlandhütte ist weit und erfordert gute Kondition. Bewältigt man die Tour auf das Zuckerhütl an einem Tag, empfiehlt es sich wieder über den Wilden Pfaff abzusteigen. Dieser Weg ist kürzer.
Laut Hüttenwirt der Siegerlandhütte gibt es am Pfaffenferner auch die Möglichkeit auf der linken Seite abzusteigen und sich somit den Weg über die Hildesheimer Hütte zu ersparen. Dabei soll man sich am linken Gletscherrand halten und teilweise über das Geröll unterhalb der Pfaffenschneide zum Gamezplatzl aufsteigen.

Achtung: Für die Begehung der Gletscher ist eine Ausrüstung erforderlich. 

Höhenunterschied: 1100 m (von Müllerhütte mit Rückkehr über Siegerlandhütte)
Höhenunterschied1900 m (von Timmelsbrücke mit Rückkehr über Wilden Pfaff )
Höhenunterschied: 2400 m (von Timmelsbrücke mit Rückkehr über Siegerlandhütte)
Gesamtgehzeit: 8 bis 9 Stunden (von Müllerhütte über Siegerlandhütte)
Wanderkarten: Alpenvereinskarte Nr. 31/1 Stubaier Alpen-Hochstubai, 1:25.000
Wanderkarten: Tabacco Nr. 38 Sterzing-Stubaier Alpen, 1:25.000 (nur zum Teil)
Wanderkarten: Tabacco Nr. 39 Passeiertal, 1:25.000 (nur zum Teil)

Anfahrt: Meran - Riffian - St. Leonhard i. Passeier - Moos - Timmelsbrücke
Von Moos im Passeiertal fahren wir über die Bergstraße in Richtung Timmelsjoch. An einer scharfen Linkskurve noch vor dem Gasthaus Hochfirst an der Timmelsbrücke gibt es Parkmöglichkeiten.

Nun wird der Übeltalferner langsam blank - hinten Botzer (Bildmitte) und Sonklar (rechts)
Aufstieg zum Wilden Pfaff mit Blick auf seinen Ostgrat
Steile Querung unterhalb der Scharte Pfaffennieder zum Ostgrat ...

... und über diesen aussichtsreich ...
... und in leichter Kletterei (I und II) empor zum Gipfel
Blick zum Ostgrat des Zuckerhütl und seinem Aufstiegsweg
Eine Gletschertour in herrlicher Landschaft
Abstieg über den Sulzenauferner - hinten Nordwand des Zuckerhütl
... zum Pfaffenjoch (links im Bild)
Wunderbare Blicke auf die Sonklarspitze
Der Steig Nr. 140 führt uns zum Gamezplatzl am Fuße des Gaiskogl (rechts)
Gletschersee am Pfaffenferner
Abstieg vom Gamezplatzl zum Triebenkarsee
Endlich erreichen wir die Siegerlandhütte, 2710 m
Blick über den Wilden Paff zum Wilden Freiger
Steinböcke auf der Windachscharte, 2862 m
Rückkehr durch das wunderschöne Timmelstal

Kommentare:

Deichjodler hat gesagt…

Da habt Ihr ja mal wieder eine richtig tolle Hochtour gemacht. Gratuliere Euch!

magdalena hat gesagt…

Danke Hannes, es war wunderbar. Liebe Grüße dir

C. K. hat gesagt…

Hallo Magdalena,
es ist wunderbar da oben, wir haben es fast genau einen Monat eher genossen und diese Tour gemacht. Allerdings sind wir vom Stubaital (Dresdner Hütte)gekommen. Der Weg, welcher in Deiner Anmerkung steht ist machbar, man kommt ohne den großen Höhenverlust zur Hildesheimer Hütte wieder auf den Steig 140. Sicht sollte aber vorhanden sein, oder man hat einen GPS Trek (wobei ich da immer vorsichtig bin).
LG, Christiane

magdalena hat gesagt…

Danke Christiane für deine Info :) Sollten wir die Runde noch einmal machen, werden wir sicher danach Ausschau halten :)
Liebe Grüße dir!

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