Freitag, 24. August 2012

Sechs-Gipfeltour in der Sesvennagruppe

Piz Rims - Piz Cristanas - Piz D'Immez - Piz Cotschen - Piz da l'Aua - Piz Lischana: Prächtige Dreitausenderrundtour an der Schweizer Grenze

Blick vom Piz Rims zum Piz Cristanas
Erste Regenschauer im Anmarsch
Piz D'Immez
Links des Lajet da Lischana geht es hinauf zum Piz Cotschen, rechts der Piz da l'Aua
Der Piz Lischana, 3105 - der letzte Dreitausender auf unserer Wanderung

Am Vortag sind Thomas, Stefan und ich zur Sesvenna-Hütte (2258 m) aufgestiegen.
Nach einer kurzen Nacht geht es frühzeitig los. Unser Ziel ist die Überschreitung von sechs Dreitausendern - ein schon länger geplantes Unternehmen.
Wir folgen der Markierung Nr. 5 über die Berghänge und Geröllfelder empor zum Furkelsee (2767 m) und zur Sesvennascharte (Fuorcla Sesvenna, 2824 m). Heute ist der Blick auf den Piz Sesvenna nebelverhangen. Ohne Rast geht es also über Steigspuren hinauf zum Schadler (2948 m), über den Kamm weiter zum Fuß des Piz Rims und auf einem gerölligen Pfad empor zum Verbindungsgrat zwischen Piz Rims und Piz Cristanas. Von hier steigen wir kurz auf den Schutthaufen-Gipfel des aussichtsreichen Piz Rims (3092 m) - unseren ersten Dreitausender an diesem Tag.
Nach einer kurzen Trinkpause geht es wieder hinab auf den Verbindungsgrat und unschwierig weiter zum nahen Piz Cristanas (3092 m). Nebel drückt sich gegen die Hänge und Regen liegt in der Luft. Es ist eine mystische Stimmung. Zügig wandern wir hinunter zur Fuorcla Cornet (2853 m), steigen nordwestlich über den schönen Grat empor zu einem Kar mit Felsriegel und erreichen den ersten Gipfel des Piz d'Immez (3033 m). Hier erwartet uns ein herrlicher Blick zur Seenplatte der Lais da Rims - wunderschön liegen sie eingebettet in der Gerölllandschaft. Nun folgen wir dem breiten Rücken weiter zum zweiten Gipfel des Piz d'Immez (3026 m) und steigen dann steil hinunter zum tiefblauen Bergsee Lajet da Lischana (2857 m). An seinem Ufer legen wir eine Rast ein, bevor es links (westlich) davon kräfteraubend über Schutt und Geröll hinauf zum breiten Gipfel des Piz Cotschen (3030 m) geht. Es fasziniert mich, in welcher Schnelligkeit hier Form und Beschaffenheit des Gesteins wechseln. Die Landschaft erhält dadurch ein ganz besonders Aussehen.
Wir steigen wieder ab in eine Mulde und nehmen die nächsten Höhenmeter über leichte Blöcke empor zum Piz da l'Aua (3002) und erhalten Sicht über den uns noch bevorstehenden Weg. Von hier wandern wir weglos hinunter (nördliche Richtung) und treffen bald auf den markierten Steig, der uns über ein Hochplateau zu einem großen Wegweiser bringt. Nun geht es der Markierung folgend nach Norden, über einen breiten Steilhang, dann über den Grat in eine Scharte und schließlich in leichter Blockkletterei hinauf zum Piz Lischana (3105 m). In diesem Abschnitt der Wanderung bedarf es Trittsicherheit. Vor gut einem Jahr hat hier ein großer Felssturz Teile des Gipfels in die Tiefe gerissen. Wir genießen die Sicht auf unserem letzten Dreitausender an diesem Tag, blicken zurück zum geleisteten Weg und hinunter auf die Gletscherreste des Vadret da Triazza und ins Unterengadin. Anschließend geht es zurück zum Wegweiser und östlich über die Steinwüste des Seenplateaus gut markiert die weite Hochebene entlang zur Alp Sursass (2150 m). Links gäbe es die Möglichkeit in die Uinaschlucht einzusteigen, wir aber halten uns rechts und erreichen den Schlinigpass (2309 m) und bald darauf die Sevenna-Hütte (2255 m), den Ausgangspunkt unserer Tour. Müde steigen wir über den breiten Feldweg nach Schlinig ab und nehmen positive Eindrücke von dieser Dreitausender-Gipfelrunde mit.

Höhenmeter: 1800 m (von Sesvennahütte)
Länge: insg. ca. 30 km
Gesamtgehzeit: flotte 8 Stunden (Start: Sesvennahütte; Ziel: Schlinig)
Wanderkarte: Tappeiner Nr. 144 Sesvenna und Umgebung, 1:25.000

Anfahrt: Meran - Schlanders - Prad - Mals - Burgeis - Schlinig

Blick zum wunderschönen Lajet da Lischana
Ein unschwieriger Kamm verbindet die beiden Immezspitzen
Abstieg zur Fuorcla Cornet
Blick zu Furkelsee und Föllakopf
Der Piz Sesvenna
Steiniger Abstieg vom Piz Cristanas
Trittsicherheit bedarf es auf dem Grat zum Piz Lischana
Das Hochplateau der Lais da Rims
Unschwierig erreichen wir vom Schadler den Piz Rims
Blick auf den Lai d'Immez und auf die Strecke, die noch vor uns liegt: Piz Cotschen (links), Piz Lischana (rechts)
Mystische Stimmung am Schadler-Kamm

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