Samstag, 31. Oktober 2009

Schneeberg

Auf den Spuren meines Großvaters - Schöne Halbtageswanderung zum Erzbergwerk im Passeiertal


Wir starten im hintersten Passaiertal nahe der Schneebergbrücke (1670 m) und wandern über den Weg Nr. 31 mittelsteil zur Waldgrenze und weiter hinauf zum Schneebergsee (2140 m) und dem Gerätehaus mit der kleinen Bremsbahn, die Teil der ehemaligen Schneeberger Erz-Übertrage-Förderanlage ist. Über diese Anlage wurden die Silber-, Blei- und Zinkerze von den Gruben am Schneeberg bis zum Bahnhof in Sterzing transportiert. Neben der gut erhaltenen Anlage fasziniert uns auch der Ausblick auf die Pfelderer und Passeirer Berge.
Weiter geht es neben den Geleisen der Bahn steil bergan zur Schneeberghütte (2355m), die am Fuße der Schneeberger Weißen und der Gürtelspitze liegt. Hier genießen wir mutterseelen allein eine sonnige Rast und das historische Umfeld, in dem auch Jahrzehnte zuvor mein Großvater einige Zeit seines Lebens gearbeitet und gelebt hat.

Der Schneeberg, der im Jahre 1237 erstmals schriftlich erwähnt wird, ist das höchste Bergwerk Europas und verfügte über die längste Übertage-Förderanlage der Welt. Bis 1967 wurde Silber, Blei und Kupfer geschürft und in seiner Blütezeit waren dort bis zu 1000 Knappen gleichzeitig beschäftigt. Nicht nur die alljährlichen Lawinenabgängen und ein Brand, der die kleine Ortschaft St. Martin am Schneeberg im Jahre 1736 zerstörte, machten den Bergbauarbeitern zu schaffen auch die harte körperliche Arbeit, die Abgeschiedenheit von der Außenwelt und die räumliche Enge in den Unterkünften belasteten sie. So gehörte die lebensgefährliche Silikose (Staublunge - bei den Knappen auch "Bergsucht" genannt) zu den typischen "Schneeberger Erkrankungen". Sie konnte innerhalb weniger Jahre aus gesunden jungen Männern erstickende Sterbende machen. Besonders schlimm wurde diese Situation ab 1923, als mit Luftdruckhämmern trocken gebohrt wurde.

Den Rückweg wählen wir über den Steig Nr. 28, der uns zurück zum Schneebergsee und hinunter zum Eingang des tiefliegenden Karlstollen führt. Der Karlstollen ist der Erbstollen des Bergwerkes und er diente vorwiegend zur Ableitung des Wassers aus dem darüberliegenden Grubengebäude sowie zur Zuführung von Frischluft.
Anschließend geht es auf dem Anstiegsweg zum Auto zurück.

Tipp: Ein wirklich wunderschöner Höhenweg (Nr. 29) führt auch von der Timmelsbrücke über die Obere Gostalm zum Schneeberg und der Schneeberghütte.

Höhenmeter
: ca. 720 m
Gesamtgehzeit: 4 Stunden
Wanderkarte: Tabacco Nr. 039 Passeiertal, 1:25.000
Dabei waren: Lia, Seffi, Christoph und Magdalena

1 Kommentar:

7i hat gesagt…

und holt olm übroll aubn steign miaßn do Louter! jo spinn i ;)

obo amol a Lob meinerseits:
Wirklich a super Seite!!
Und sofl oft startn.. i tat des net dopockn!

gruß
7i

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...