Sonntag, 19. August 2012

Hohe Weisse, 3278 m

Ein wunderbarer Marmorberg am Scheideweg dreier Bergtäler

Die Hohe Weiße, ein Prachtberg in der Texelgruppe
Wunderschöner Anblick im Talschluss des Pfossentals: Grafspitze (links) und Hohe Weiße (rechts)
Tschigat und Lazinser Rötelspitze, dahinter das Etschtal
Aufstieg vom Pfossental über eine Moräne auf die Hohe Weiße
Das Roteck - der höchste Gipfel der Texelgruppe
Eindrucksvoll ragen die Gestalten von Hoher und Kleiner Weiße im Pfossental auf und trennen es vom Zieltal im Süden und von Pfelders im Westen. Schon als Kind hat mich dieses Bild im Talschluss fasziniert und von vielen Seiten habe ich die beiden Marmorberge betrachtet und bestaunt. Heute ist die Besteigung des Höheren der beiden Gipfel zu unserem Ziel geworden.
Wir starten um 7.00 Uhr vom Parkplatz in Vorderkaser (1693 m) los. Es geht über den Almenerlebnisweg an den ehemaligen Höfen Mitterkaser, Gamplhof und Rableid vorbei hinein zum Eishof (2071 m). Heute sind all diese Bauernhöfe zu bewirtschafteten Almen umfunktioniert worden. An den steilen Hängen zeugen die noch teilweise erhaltenen Steinmauern der Ackerbauterassen vom harten Leben dieser einst eigenständigen Siedlungen. 
Vom Eishof wandern wir auf dem Meraner Höhenweg durch den sattgrünen Lärchenwald hinauf zu einer Weggabelung. Die Landschaft ist von Wasser und Eis geprägt. Über Jahrhunderte haben sie das Gestein geschliffen, zerkleinert und geformt.
An der Weggabelung folgen wir der Markierung Nr. 8 in Richtung Johannesscharte und gelangen über einen schmalen Pfad in steiniges Gelände. Bald zweigt links ein Steig zum "Eisjöchl" ab. Dieser führt uns hinauf zu einem kleinen Gletschersee und markiert hinüber zum Grat der Moräne. Nun steigen wir den Steinmännchen folgend steil über Schutt, Steine und Geröll empor in die Scharte zwischen Grafspitze und Hoher Weiße.
An den Gletscherresten des kleinen Grubenferners genießen wir einen wunderbaren Blick zu den Dolomiten und den Zillertaler Alpen, bevor es steil über loses Geröll und Schrofen (Steinschlag!) den steilen Nordhang der Hohen Weißen empor geht. Bald erreichen wir den weitläufigen Gipfel und wandern an seiner Oststeite leicht ansteigend zum schönen Eisenkreuz auf 3278 m.
Es ist herrlich hier. Alleine rasten wir an diesem schönen Fleck, blicken zum nahen Lodner, zu Tschigat und Lazinser Rötelspitze, bewundern das Roteck, die Hohe Wilde und den Seelenkogel. Wir erleben die Texelgruppe heute von ihrer schönsten Seite!
Nach einer erholsamen Pause geht es mit Blick auf die Stettiner Hütte wieder hinunter zur Scharte und über den Anstiegsweg zum Eishof und schließlich zum Parkplatz am Vorderkaserhof.

Höhenunterschied: 1600 m
Gehzeiten: Aufstieg 3 1/2 bis 4 Stunden, Abstieg 2 1/2 Stunden
Wanderkarte: Tabacco Nr. 04 Schnalstal-Naturns, 1:25.000

Anfahrt: Meran - Naturns - Einfahrt Schnalstal - Altrateis - Neurateis - Abzweigung Pfossental - Vorderkaserhof bzw. Gasthof Jägerrast
Von Meran geht es nach Naturns, gleich hinter dem Tunnel rechts hinein ins Schnalstal und kurz vor Karthaus wieder rechts ins Pfossental. Die geteerte Bergstraße führt etwa 5 km bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Vorderkaserhof.

Der Eishof war bis ins 19. Jahrhundert die höchste Dauersiedlung in den Alpen
Einzigartig in seiner Form - der Lodner
Bald werden auch die letzten Reste des Grubenferners geschmolzen sein
Lange Wanderung durch das Pfossental am Morgen
Dolomitenblick von der Scharte zwischen Grafspitze und Hoher Weiße
Steil und steinig ist der Aufstieg zur Scharte
Steinmännchen weisen den Weg über die Moräne zum Gipfel
In die Scharte links der Hohen Weissen führt der Weg empor
Über loses Geröll und Schrofen führt der Weg am Nordhang empor (Steinschlag!)
Tiefblick auf die Stettiner Hütte, 2875 m

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