Sonntag, 1. April 2012

Via Ferrata Rio Secco

Kurzer Canyon-Klettersteig mit knackigen Passagen

Die letzte steile Passage am Rio Secco
Im Land der Steinmännchen unterwegs
Passaggio dei Gabbiani, eine ausgesetzte Wandquerung
Die Strauchkronwicke (auch Strauchiger Hufeisenklee) am Wegesrand
Lust auf Frühling, Lust auf Fels unter Händen und Füßen. Wir packen also die Klettersteigausrüstung ins Auto und fahren nach Salurn. Unser Ziel ist der Rio Secco, ein teilweise anspruchsvoller aber origineller Klettersteig oberhalb der kleinen Ortschaft Cadino (204 m).
Wir stellen unser Auto am Parkplatz des einzigen Gasthauses ab, überqueren die Staatsstraße und wandern an der kleinen Kapelle vorbei hinauf zum Einstieg des Klettersteiges (gut beschildert).
Wir schlüpfen in Gurt und Helm und betreten am Drahtseil das Bachbett. Der Beginn führt senkrecht nach oben. Mithilfe einiger Trittstifte gelangen wir in eine flachere Passage und erreichen bald eine rinnenartige Verschneidung, den Salto dei Caprioi (340 m). Unschwierig geht es hinauf zum Aussichtspunkt Belvedere (355 m) mit wunderschönem Blick über das Etschtal bis hin zur Brentagruppe. Ein schmaler Steig führt uns nun an blühenden Strauchkronwicken und Leberblümchen vorbei empor zum nächsten Drahtseil. In einer Wandquerung erreichen wir den Passaggio dei Gabbiani (435 m) und über mehrere steile Felspassagen schließlich den Notausstieg (Rientro di Emergenza Cadino). Wir halten uns aber rechts, wandern an der Grotta del Basalisc (465 m) vorbei ins Land der vielen Steinmännchen. Mit jedem Schritt wird uns die Macht des Wassers bewusster - mit wieviel Kraft und Ausdauer es im Stande ist, den Felsen zu brechen, ihn zu formen und auszuhöhlen. Und wir befinden uns inmitten seines Bauwerkes..
Durch das Bachbett kommen wir zu den letzten beiden kräfteraubenden Passagen (hier gibt es auch eine leichte Aufstiegsmöglichkeit: facile) und stehen bald an der Grotta della Mariotta (520 m) mit "Gipfelbuch" und Heiligenstatue.
Von hier geht es noch eine Steilstufe am Drahtseil empor zum Ausstieg des Rio Secco.
Der Abstieg führt uns zunächst durch den Laubwald hinauf zu einer Weggabelung mit Bank (Val dei Teari, 625 m). Hier halten wir uns links und wandern teilweise steil hinunter nach Cadino - der Weg ist an manchen Stellen mit Drahtseilen, Tritthilfen und einer Leiter versehen. 

Achtung: Der Klettersteig kann bei Nässe heikel und nach starken Regenfällen gefährlich sein! Der Fels ist ziemlich abgegriffen, Drahtseile sind fast durchwegs gespannt, ab und zu gibt es Trittstifte und Klammern.

Höhenunterschied: ca. 500 m (davon Zustieg 100 m)
Gesamtgehzeit: knapp 3 Stunden (davon Zustieg etwa 15 Minuten, Abstieg 45 Minuten)
Ausrichtung: West
Schwierigkeit: C/D
Wanderkarte: Tabacco Nr. 7, Val di Fiemme-Catena dei Lagorai-Val di Cembra, 1:50.000

Anfahrt: Meran - Bozen - Neumarkt - Salurn - Cadino
Von Salurn geht es auf der Staatsstraße 12 in Richtung San Michele All' Adige. Etwa 5 km nach Salurn gelangt man nach Cadino, hier befindet sich auf der rechten Straßenseite eine Pizzeria und ein großer Parkplatz, links davon ist eine kleine Kapelle und der Aufstieg zum Klettersteig.

Der senkrechte Einstieg des Klettersteiges ist mit Tritthilfen versehen
Etwa 100 Höhenmeter sind für den Zustieg zu bewältigen (15 Minuten)
Der Canyon-Klettersteig: Im Rio Secco wird einem bewusst, wie Wasser arbeiten kann
Blick zur Brentagruppe
Durch einen Lärchenwald kehren wir nach Cadino zurück
Steigbügel erleichtern den Ausstieg des Rio Secco
Im Salto dei Capriori
Der Fels am Rio Secco ist teilweise abgegriffen

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